Die Weinstraße 5 beherbergt eine stattliche Villa des späten sog. Historismus, errichtet 1867 für den Weingutsbesitzer Franz Peter Buhl nach einem Entwurf von Fr. Huber aus dem benachbarten Neustadt a. d. Weinstraße. Ihre Außenfassade aus Sandstein erstreckt sich über zwei Geschosse mit flach geneigtem, von einer Terrasse bekrönten Walmdach.
Zur Weinstraße ist die Fassade in Formen der italienischen Hochrenaissance und der Achsensymmetrie außerordentlich beeindruckend.
Wunderschöne große Rundbogenfenster über grob behauenen Sockeln prägen den Eindruck rund um das Gebäude.
Die Türflügel sind reich geschnitzt und über dem Portalschlussstein findet sich im Relief das Monogramm des Bauherrn.
Die Rück- und Seitenfronten sind im Sinne des gründerzeitlichen Villenbaus asymmetrisch mit Vorbauten, Standerker, Wintergarten und Freitreppe angelegt.
Im Inneren überwältigend ist die Raumfolge des Erdgeschosses, die mit dem steilen Schacht des mit der Vorhalle kombinierten Steintreppenhauses beginnt; diesem folgt ein oktogonales, durch Säulenstellungen aufwendig ausgestattetes Vestibül. Das Vestibül vermittelt geschickt zwischen den divergierenden Achsen der angrenzenden Zimmer. Eines der bemerkenswertesten Zimmer ist der geräumige Salon mit farbig dekorierter Stuckdecke in Neu-Rokoko-Formen.
Das Obergeschoss bei dem Erdgeschoss vergleichbarem Grundriss ist schlichter gehalten und in neuerer Zeit verändert worden.
Der ursprünglich den Garten einfassende Staketenzaun und die Tore sind zur Weinstraße hin erhalten. Im rückwärtigen Bereich des Anwesens fasst die historische Mauer des 18. Jh. das Grundstück ein. Hier findet man noch den kleinen Gartenpavillon über quadratischem Grundriss mit Zeltdach und stichbogigen Fenstern, der 1789 von J.P. Jordan errichtet wurde.
Als ehemalige „Villa Buhl“ gehört dieses historische Anwesen zu den aufwendigsten und architektonisch anspruchsvollsten Winzervillen Deidesheims und der gesamten Weinstraße!